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Der chinesische Buddhismus

Zu Beginn des 1. Jahrhunderts n. Chr. gelangte der Buddhismus durch Kaufleute und Mönche über die Seidenstraße nach China. Die dort verbreitete Form des Buddhismus ist das Mahayana (<<Großes Fahrzeug>>), das im Gegensatz zum Hinayana (<<Kleines Fahrzeug>> alle Lebewesen durch das wirken der Bodhisattvas Erlösung verheißt. Zwei Aspekte dieser neuen Religion für das individuelle Unglück und eine Verheißung für das Leben nach dem Tod. Dennoch hatte der Buddhismus große Wiederstände zu überwinden, stand er doch in Gegensatz zur konfuzianischen Ethik und dem Ahnenkult.

Der tibetische Buddhismus

Im 7. Jahrhundert wurde der Buddhismus in einer Sonderform des Mahayana als tantrischer Buddhismus oder Lamaismus von Indien aus auch in Tibet eingeführt. Dort verdrängte er unter dem Einfluss des Mönchs Padmasambhava die einheimische Bon-Religion, übernahm jedoch gleichzeitig eine Reihe von deren Elementen. Die Klöster in Tibet entwickelten sich zu Zentren geistiger und weltlicher Macht, doch kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Erst dem Reformer Tsongkhapa (1357-1419) gelang es durch Gründung der sogenannten Tugendsekte (Gelugpa), in der das unbedingte Einhalten des Zölibats zur Bedingung gemacht und strenge Ordensregelen wiedereingeführt wurden, die verworrenen Zustände zu beseitigen. Da die Anhänger dieser Sekte gelbe Mützen tragen, ist dieser Orden unter dem Namen Gelbmützenorden bekannt.

Tsongkhapa sagte zwei Schülern voraus, die würden als kirchliche Oberhäupter wiedergeboren. Damit begründete er die kontinuierliche Übertragung hoher kirchlicher Machtpositionen, wie etwa der des Dalai Lama und des Pantschen Lama. Der Dalai Lama stellt die Inkarnation des Bodhisattvas Avalokiteshvara dar, der auch als Schutzgott Tibets verehrt wird. Der in der göttlichen Hierarchie noch höher stehende Pantschen Lama ist die Verkörperung des Buddha Amithaba. Der derzeitige 14. Dalai Lama, der wurde 1940 inthronisiert. Er lebt zurzeit im indischen Exil.


Der Einfluss des Islam

In den Randregionen Chinas konnte der Islam etwa ab dem 7. Jahrhundert Fuß fassen. Von den 56 Nationalitäten bekennen sich zehn mit insgesamt 14 Millionen Angehörigen zum Islam: Hui, Usbeken, Uiguren, Kasachen, Kirgisen, Tataren, Schiitische, Dong-xiang, Sala und Bao'an.

Der Islam gelangte auf zwei Wegen nach China: entlang der berühmten Seidenstraße und übers Meer an die Südostküste. In der Yuan-Dynastie (1279-1368) erreichte er seinen stärksten Einfluss. So wurde 1279 das kaiserliche Observatorium in Peking errichtet und der Leitung des arabischen Astronomen Jamal-al-Din unterstellt. Doch später, und der Qing-Dynastie (1644-1911) kann man vereinfachend von einer gegen die Moslems gerichteten Politik sprechen. Im 18. Jahrhundert wurden Schlachtungen nach islamischem Ritus verboten, die Errichtung neuer Moscheen sowie Pilgerreisen nach Mekka untersagt. Eheschließungen zwischen Chinesen und Moslems waren verboten, gegenseitige Beziehungen erschwert. Heute gibt es etwa 21 000 Moschen in China.


Die christliche Mission

Das Christentum kam erstmals im Jahre 635 durch die Nestorianer nach China. Religionsgründer dieser christlichen Sekte war Nestorius, geboren 381 in Antiochien und später Patriarch von Konstantinopel (428-431). Aufgrund der Entwicklung eigener Thesen, die im Widerspruch zum Dogma der römisch-katholischen Kirche standen, wurde seine Lehre verurteilt und er selbst verbannt. Die Anhänger des nestorianischen Christenturms verbreiteten ihre Lehre durch einer Perser namens Alopen, den ersten Missionar, auch in China. Das Symbol des Nestorianismus war das Kreuz mit je zwei Kugeln an den vier Balkenenden. Eindolches Kreuz ziert eine aus der Tang-Dynastie stammende Stele, die man im Provinzmuseum in Xi'an sehen kann. Zeitweilig war diese Religion in allen Regierungsbezirken des damaligen Reiches verbreitet und wurde trotz religiöser Verfolgungen in machen Landesteilen noch bis zum Ende der Mongolen-Dynastie praktiziert.

In dieser Zeit kam es durch zu einer ersten Kontaktaufnahme zwischen China und der römischkatholischen Kirche. Unter Jahann von Montecorvino, einem italienischen Franziskanerpater, der 1295 in Peking eintraf, wurde die erste katholische Kirche in China erbaut.

Während der Ming-Zei strömten dann immer mehr katholische Missionare nach China. Der führende Jesuit war der Italiener Matteo Ricci (1552-1610). Bei seinem Tod soll es in China etwa 2000 bis 3000 chinesische Christen gegeben haben. Nachfolger Ricci war der Deutsche Adam Schall von Bell (1591-1666), der im Dienst der Qing-Dynastie mit der Verbesserung des Kalenders beauftragt worden war. 1950 erhielt er die Erlaubnis für den Bau einer christlichen Kirche in Peking.

Der fanatische Feind des Christentums, Yang Guangxian, ein zum Islam konvertierter Chinese, versuchte, die Christen als Geheimbünde darzustellen und nachzuweisen, sie hätten gegen das Kaiserhaus böse Einflüsse beschworen. Als Folge wurden alle Kirchen geschlossen und sämtliche Missionare, außer den vier in Peking lebenden, nach Macau zurückgeschickt. 1668 wurden die Jesuitenpater rehabilitiert und der Flame Ferdinand Verbiest an die Stelle des inzwischen verstorbenen Schall von Bell in das Direktorium des kaiserlichen Observatoriums berufen.

Neben den Jesuiten erhielten allmählich die Franziskaner, die Dominikaner und die Augustiner das Recht, in China zu missionieren. Um 1700 waren von den insgesamt 130 Missionaren etwa die Hälfte Jesuiten. Die Zahl wird auf 300 000 geschätzt. Ein wichtiger Grund, weshalb sich das Christentum in China kaum ausbreitet, ist in der Rivalität der Orden und dem daraus resultierenden Ritenstreit zu sehen. Es stritten die Jesuiten auf der einen, die Dominikaner und Franziskaner auf der anderen Seite um die Frage, mit welcher Bezeichnung der christliche Gottesbegriff im Chinesischen wiederzugeben sei. Und vor allem darum, wie weit die Konfuzius- und Ahnenverehrung bei chinesischen Christen geduldet werden sollte. In die Konflikte wurden auch der Papst in Rom und der Kaiserhof in Peking einbezogen. Der Papst entschied gegen die Jesuiten, der Kaiserhof gegen alle Missionare.

Die Jesuiten hatten ihre Kenntnisse der abendländischen Wissenschaften benutzt, um mit chinesischen Gelehrten in Verbindung zu treten. Sie wollten in erster Linie den christlichen Glauben, nicht aber abendländisches Brauchtum in China verbreiten. 1633 waren spanische Mönche aus den Orden der Dominikaner, Franziskaner und Augustiner von den Philippinen nach China gekommen. Zum Teil waren es Fanatiker, denen der Märtyrertod ebenso erstrebenswert schien wie die Rettung heidnischer Seele. Sie bekämpften jedes religiöse Zeremoniell der Chinesen, wie etwa die Ahnenverehrung. Die Folge waren Gegenmaßnahmen der chinesischen Behörden und eine erneute Verfolgung der Christen. Der Qing-Kaiser Kangxi schätzte die Jesuiten als Astronomen, Mathematiker und Kartographen. Aber bereits von Kangxis Nachfolger wurde das Christentum zu einer Irrlehre erklärt, und auch in der Folgezeit unter den Kaisern Qianlong (1736-1796) und Daoguang (1821-1851) kam es wiederholt zu Christenverfolgungen.

Anfang des 19. Jahrhunderts begann die protestantische Missionstätigkeit mit Männern wir R. Morrison und W.H. Medhurst, die sich zunächst verstärkt mit Bekehrungen und Sprachstudien befassten. Sie verteilten religiöse Schriften und unterhielten Krankenhäuser. Die Bekehrungsmethoden allerdings waren nicht immer einwandfrei. Durch Hunger oder Naturkatastrophen in Not geratene Menschen fügten sich allem, was eine Überlebenschance bot. Trotzdem blieb die Zahl der Bekehrten eine verschwindend kleine Minderheit. 1864 gab es 189 protestantische Missionare in China, 1893 wurden 55 000 protestantische Christen gezählt. Für 1948 schätzt man etwa drei Millionen Katholiken und eine Million Protestanten, zusammen nicht einmal ein Prozent der damaligen Bevölkerung.


 

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